The Voice of Germany (2013) – Liveshow 4

1) Gil Ofarim – Man In The Mirror (Michael Jackson)

Bei Gil ist mir bisher noch bei keinem Titel so richtig der Funke übergesprungen. Ehrlich gesagt kann das in meinem Fall durchaus an seinem Teddybär-Look liegen. Sein Beitrag mit dem angscheinend auch mal wieder gegebenem Ratschlag das Lied zu “seinem Eigenen” zu machen, weckt leider keine positiven Assoziatonen bei mir. Es ist gut gesungen, sogar relativ stark von der Stimme her. Dennoch wollen mir seine Vorstellungen bisher nie so richtig gefallen.

2) Michael Lane – Angel (Sarah McLachlan)

Nach dem leider ziemlich verkackten Auftritt zuvor zeigt Michael wieder ein Niveau, was man zu Anfang von Ihm gewohnt war. Während er bei “Everybody Hurts” noch viel zu kurz und auch gar nicht ausreichend zur Geltung kam, hört man bei “Angel” nun wieder seine Qualitäten. Für mich war er von Anfang an ein großer Favorit.
Der Titel “Angel” war eine gute, jedoch bestimmt keine sehr gute Wahl. Die sehr hohen Töne rücken in einen Bereich seines Gesangs, die er (eventuell noch) nicht wirklich beherscht. Sie klingen etwas zu unsicher, zu dünn. Und das obwohl er eigentlich gerade gut ist in den etwas weiblicheren Tonlagen.

Fazit: Nicht zu Unrecht ist Michael weiter. Gil scheint wirklich eine enorme Fanbase zu haben. Bei Michael sehe ich aber viel ehrlichere und liebenswertere Musik. Das ist bei mir der Knackpunkt Ihn zu bevorzugen. Ich bin wahnsinnig überzeugt, welche Güte und Freude er in sich zu tragen scheint; wenngleich auch viel Schmerz dabei zu sein scheint. Diese Mischung ergibt eine starke Kombination.

3) Eva Croissant – Still (Jupiter Jones)

Sie wird mir ein bisschen zu sehr in den Himmel gelobt. Sie ist gut, wahrscheinlich auch eher sehr gut. Aber was Ihr gegenüber im TV geäußert wurde deutet schon in die Richtung, dass Sie das Zeug zum Megastar haben soll. Das hat Sie in meinen Augen aber nicht. Sie ist süß, Sie hat auch viel Gefühl und ist auch authentisch, doch bei Ihr habe ich ein ganz persönliches Problem mit Ihrer Stimmfarbe. Sie ist wenig intensiv und zu weich. Sie hat mir grundsätzlich eine zu geringe Lautstärke. Ihre Lautstärke ist wesentlich homogener als Die der richtig guten Leute. Sie steht für mich an erster Stelle im Kontext der häufig in dieser Staffel genannten “leisten Töne”. Das ist etwa genau das, was ich hier vermisse.
So rein technisch sehe ich bei Ihr eigentlich keine wirklichen Schwächen. Sie ist für mich aber viel zu “niedlich”. Das ist so dieses Gil Ofarim-niedlig um ein Pendant mal zu nennen.

4) Isabell Schmidt – Losing my Religion (R.E.M)

Scheint mir ein interessanter Typ Character  vonMensch zu sein. Der Song beginnt leider eher wie ein Sinead O’Connor Track. Mich stören immer Songs, bei Denen man fast nur durch den Text Assoziationen zum Originaltitel bekommt. Was Ihren Gesang betrifft halte ich Sie auch eher für einen der unsicheren Kandidaten. Sie ist technisch nicht wirklich falsch oder schlecht. So nach meinem Geschmack fand ich die Interpretation des Titels einfach nicht wirklich gut. Schade. Sie gehört aber für mich relativ eindeutig nicht zu den Besten.

Fazit: Von den Jurymitgliedern höre ich eigentlich nur von Rae und den Boss Hoss ein vernünftiges Resumee. Hier braucht man dann das Ein oder Andere mal doch einen Dieter Bohlen, der die Fazits mit ein bisschen mehr Absolutismus fällt.

 5) James Borgus – Mr. Bojangles (Frank Sinatra)

Eine interessante Interpretation, ein interessanter Typ. Leider für mich ein wenig zu uninteressant als Gesamtprodukt. Single Malt und Zigarette sind total bescheuerte Clichees derer man sich hier bedient hat. Das lenkt total vom Künstler ab. Diese Idee ist totaler Schwachsinn. Naja, aber das ist eigentlich Nebensache.
Die Hauptsache ist ja die Performance und die war gar nicht schlecht. Als überzeugend würde ich sie jedoch auch nicht bezeichnen.

6) Raffa Shira – Missing (Everything But The Girl)

Der Start misslingt, soviel ist sicher. Als es lauter wird, wird es auch etwas besser. Insgesamt wird Rafa allerdings beinah vom kompletten Rest der Sänger deutlich abgehängt. Das ist allerdings auch kein besonders toller Song, der da ausgesucht wurde. Schade, der Typ scheint nett zu sein.

Fazit: James ist in diesem Fight klar als Sieger hervorgegangen. Zu Recht. Herausragend ist aber keiner von Beiden und im Vergleich zu den anderen (nach dieser Show) übrig gebliebenen Teilnehmern rechne ich beiden keine gute Chance auf den Gewinn aus.

7) Nick Howard – Yellow (Coldplay)

Von Anfang an phantastisch. Nick hat einfach eine grandiose Stimme und er beherscht Sie auch noch grandios. Es ist aber auch so seine Art zu singen, die einfach sogar ein bisschen einzigartig ist. Er hat für mich einfach einen tollen Gesangscharacter. Bei Ihm bekomme ich gute Laune und fühle mit wirklich durch seine Kunst zu singen berührt. Ihn fand ich vom ersten Auftritt an einfach sagenhaft. Manchmal komm ich mit seinem Typ aber nicht so ganz klar, bzw. habe Schwierigkeiten Ihn als Person einzuschätzen. So vom Hairstyle her erinnert er mich immer wieder an Josh Homme, allerdings von seinem Musikgeschmack her leider nicht. Es ist mir teilweise zu balladisch.
Nick muss man außerdem zu Gute halten, dass er Gitarre und auch Klavier spielen kann. Sehr musikalisch 🙂

8) Bianca Böhme -It Will Rain (Bruno Mars)

Auch Sie fand ich von Beginn an herausragend. Technisch und auch von der Stimme her seh ich sie fast an erster Stelle aus dem gesammten Teilnehmerfeld dieses Jahres. Sie ist für mich allerdings leider noch nicht wirklich weit von der Entwicklung auf dem Weg zu einer wahren Künstlerin.
Der Titel ist ihr leider nicht so auf den Leib geschneidert wie der aus den Blind Auditions. Sie muss für mich echt viel stärker und auch ausdauernder mit Ihrer kräftigen Stimme singen. Das haut einen echt um.

Fazit: Nick ist für mich zu Recht weiter. Er ist zwar technisch und vielleicht sogar auch etwas gesanglich wohl Bianca unterlegen, aber dafür punktet er mit einem besseren Geschmack und mehr Stil. Außerdem find ich seinen britischen Akzent ganz symphatisch. Mit Bianca scheidet ein riesiges Talent aus.

Fazit Fazit:

Tolle Show. Leider waren die Server bei Michael schon sehr stark überlastet. Bei Nick und Bianca konnte ich Live den Moment tatsächlich komplett nicht miterleben. Erst nach Mitternacht konnte man so halbwegs gucken. Die Erfahrung die Show am Computer zu sehen ist abgesehen von diesen technischen Schwierigkeiten aber eine wesentlich Bessere im Vergleich zum TV. Kaum Werbung und bei den Liveshow mit tollen Lückenfüllern, die die Produktionsfirma auch noch zu Ihren Gunsten Nutzen kann um einfach mal dran zu fühlen: “Hey, wen kann ich aus der letzten Show denn vielleicht noch irgendwie nutzen? Wer kommt noch (besonders) gut an? Außerdem erhält man mehr Informationen und Rückmeldungen des Publikums.

Ultimativ gesehen ist auch die zweite Staffel ein Genuß. Die Teilnehmer scheinen mehr Rechte zu haben und Ihre Würde wird aus meiner Sicht etwas mehr respektiert als beispielsweise Die der Teilnehmer bei DSDS. Das scheint auch ein Grund dafür zu sein, warum dort scheinbar Menschen auftauchen, die sich einfach zu Schade wären jemals bei einem DSDS-Casting teilzunehmen. Das spiegelt sich dann oft auch im Character der Teilnehmer wieder, die keine Marionetten sind / sein wollen, sondern teilweise Ihre schon ganz eigene gereifte Personality mitbringen. Es wirkt einfach natürlicher und authentischer, wenn jemand einen Song singt, der nicht nur einfach klasse ist, sonderm dem Interpreten einfach auch noch super auf den Leib zugeschnitten ist. Eine Ballade von D. Bohlen muss ich wirklich nicht meinen Ohren noch einmal antun. Das wurde definitiv bereits überstrapaziert.

Eines ist schonmal sicher. Team Boss Hoss wird dieses Jahr nicht den Gewinner stellen. Rob und James spielen nämlich nicht ganz vorne mit. Rae hat mit Nick noch einen wirklich guten Kandidaten auf der Liste. Ich kann mir ihn zwar nicht 100% als Sieger vorstellen, aber ein grandioser Titel und ein wirklich beeindruckender Auftritt könnte diese Meinung noch zu Fall bringen. Nena hat mit Isabell und Brigtitte auch keine wirklichen Kracher mit dabei. Brigitte ist zwar ne Hammer Frau, aber auch Sie ist mir leider noch etwas zu weit von Nick, Michael und vor allen Dingen Freaky T entfernt. Sollte Sie beim im Finale an die Qualitäten aus “Frozen” anknüpfen können, so kann es eigentlich keinen anderen Gewinner geben als Sie. Gefährlich werden können Ihr meiner Meinung nach nur Michael und Nick. Brigitte ganz vielleicht. Damit liegt für mich Team Xavier bislang vorne.

Der größten Einfluss, den man jetzt zum Sieg als Coach nun noch nehmen kann ist ein wirklich guter Titel. Dieser muss dann neben seiner hohen Qualität aber auch noch gut zum Interpreten passen bzw. er / sie muss ihn einfach richtig gut darbieten.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt.

 

The Voice of Germany (2013) – Liveshow 3

1) Menna Mulugeta – Move In The Right Direction (Gossip)

Erstmal ein wirklich guter Titel der Ihr da scheinbar ausgesucht wurde. Sie singt ihn auch mit einer tollen Stimme. Das Problem was ich hier so ein bisschen habe ist, dass mir der Song von Beth Ditto einfach viel zu präsent ist und ich Ihre Stimme einfach zu sehr Liebe. Dies ist der Hauptgrund warum ich den Titel nicht so 100%ig genießen kann. Menna zeigt für mich in diesem Stück einfach deutlich zu wenig Personality. Schade, Sie kann auf jeden Fall gut singen, da gibt es keinen Zweifel.

2) Brigitte Lorenz – Mein Leben (frei übersetzt) (Frank Sinatra)

Brigitte kann wirklich ziemlich gut singen. Sie hat mich ganz zu Anfang vor allen Dingen durch Ihre Art positiv überrascht. In Ihrem Song überrascht Sie mich auf ganz anderen Ebenen. Sie singt mit einer tollen, sicheren Stimme. Dazu hat Sie scheinbar den Titel nicht nur interpretiert indem Sie ihn gesungen hat, sondern ihn auch noch selber übersetzt. An Frank kommt es natürlich nicht wirklich heran, aber doch schon erstaunlich näher, als ich es Brigitte vorher zugetraut hätte. Insgesammt aber wirklich überragend gesungen.

Fazit: Brigitte muss hier als klarer Gewinner aus dem Duell gehen. Sie strahlt viel mehr Persönlichkeit aus als Menna. Sie singt besser und es packt einen einfach viel mehr. Sie ist für mich aus dieser Liveshow nach Freaky T die Beste.

3) Steffen Reusch – High an Dry (Radiohead)

Die Liedauswahl gefällt mir zunächst einmal sehr gut. Ein fantastischer Song der total zum Mitsingen einläd. Steffen bietet ihn für mich auch wirklich sicher dar. Leider fehlt mir in dem Auftritt das Besondere. Diese ziemlich langgezogene Stelle bei “leave me dry” missfällt mir dann aber schon deutlicher. Auch ein kleines Stück weiter werden die Töne ein wenig versemmelt. Insgesammt eine ganz solide Leistung, aber für mich müsste sich Steffen noch ein ganzes Stück gesanglich verbessern, bevor ich mir von Ihme eine Platte kaufen würde.

4) Rob Fowler – What I’ve Done (Linkin Park)

Der Klang von Robs Stimme ähnelt mir ein bisschen zu sehr dem Original. Die Gesangsleistung von Rob ist ordentlich, aber in meinen Ohren nicht wirklich deutlich besser als die von Steffen. So vom Typ her find ich ihn sehr nett und so, aber gesanglich komm ich mit Ihm nicht zusammen,

Fazit: Insgesamt fand ich Steffen etwas besser, aber wirklich gut war für mich keiner der Beiden. Ich denke sie werden beide keine wirkliche Rolle spielen bei der Frage um den Sieger dieser Staffel.

5) Jenna Hoff – Skyfall (Adele)

Ich find von Adele ist das schon einer Ihrer schlechtesten Songs. Jenna meistert den Titel auch nicht wirklich. In Ihrem vorigen Auftritt würde ich Ihr sicherlich mindestens 40 % mehr Leistungspunkte geben. In Skyfall verstellt Sie bei Ihrem Gesang immer die Stimme so seltsam in einer ähnlichen Tonart in die Frauen Ihre Stimme bringen wollen, wenn sie erotisch zu klingen versuchen. Schade, denn Jenna sah ich zwischenzeitlich mal unter den Favoriten. Nun gehört Sie für mich nicht mehr dazu.

6) Michael Heinemann – Treading Water (Alex Clare)

Gesanglich find ich Michael wirklich nicht schlecht. Dieser Track liegt ihm aber nicht so richtig. Er muss ein bisschen zu viel schreien. Das honorieren Ihm seine Stimmbänder nicht so ganz. Die leiseren Töne in der Mitte gelingen ihm aber auch nicht so richtig. Erst, wenn der Bass intensiv wird scheint man das Lied ein bisschen besser genießen zu können. Ich fürchte für mich hängt die Schönheit des Liedes mehr von den Synths ab, als von Michaels Gesang.

Fazit: Jenna hatte für mich >>nicht<< Ihren besten Tag und den Titel fand ich auch nicht gut. Michael bietet ultimativ gesehen ein besseres Produkt. Trotzdem glaube ich nicht, dass er den Gesamtsieg davon tragen können wird.

7) Freaky T – Frozen (Madonna)

Der beste Auftritt dieser Staffel bisher. Daran besteht für mich kein Zweifel. Diese Performance spielt in einer anderen Klasse. Für mich  in der Weltklasse. Sie lässt Ihren Schleier vom Kopf fallen und neigt den Kopf so ungünstig, dass Sie kurz nicht in das Mikrofon singt. Das bringt so 0% aus dem Konzept. Super. T singt den Titel so unglaublich sanft und gefühlvoll. Sie singt außerdem mit einer außergewöhnlich ausgeglichenen und ruhigen sowie sauberen Stimme. Ihr Pseudonym wird Ihr aber nicht so ganz gerecht fürchte ich. Freaky T klingt für mich eher nach einer Namens-Idee eines Oberstufen-Schülers.

8) Jesper Jürgens – Zurück (Flo Mega)

Er ist eindeutig einer der großen Favoriten gewesen. Das ist auch sicherlich zu Recht so gewesen. Er hat eine wirklich schöne Stimme und er hat eine tollen Gesangs-Stil. Ihm kann man sehr gut zuhören, auf grund seiner sanften Stimme. Der deutsche Titel war mit Sicherheit auch nicht schlecht, aber in einem Duell mit Freaky T, die solch einen heftigen Madonna Titel raushaut, kann man Jesper nicht mit so einem zweitklassigen Titel begegnen. So wie schon bei T’s letztem Auftritt habe ich sie auch gegen Jesper schon als Verliererin aus dem Rennen gehen sehen.

Fazit: Dass T überhaupt gegen Jesper gewinnen konnte ist ein starkes Stück. Ich glaube in diesem speziellen Fall war das Zünglein an der Wage, dass tatsächlich Fans von Jesper sich im letzten Moment noch umentschieden haben.