Die ewige Suche nach der Logik in der Sprache

In Deutschland ist es wie in der Mathematik. Wenn man etwas verneinen möchte dann tut man dies in einfacher Form. Was für uns auch logisch erscheint. Kommen solche Menschen jedoch in Kontakt mit solchen, die doppelte Verneinung verwenden, so machen Sie sich häufig lustig über diesen vermeintlichen Fehler.

“Ich verfüge über keine Informationen.”

In amerikanischen Filmen und Serien habe ich häufig die doppelte Verneinung erfahren. Für sie jedoch erscheint sie ganz natürlich und es wird scheinbar immer richtig verstanden. Der Empfänger versteht es so wie der Sprecher es meint.

I haven’t got no information.

In beiden Fällen hat die Kommunikation also funktioniert. Dementsprechend ist auch jedes Kriterium was man an Kommunikation haben kann erfüllt. Nämlich genau dieses Ziel versucht das Werkzeug Sprache zu erreichen: Das was der Empfänger versteht entspricht zu 100 % dem was der Sprecher meinte.

Mit welchem Kriterium soll man nun also an die Frage herangehen welches von diesen beiden Varianten die Logischere ist. Ich bin tatsächlich der Meinung dass keine der beiden Varianten mehr oder weniger logisch ist. Denn dadurch, dass das Kriterium der hundertprozentigen Erfüllung von dem Verständnis erfüllt ist, kommt es eben zu einer kompletten Gleichsetzung. Argumentativ kann man die Begründungen besser verstehen wenn man weiß, dass Sprache auf dem Definieren von Wörtern basiert.

Die erste Gruppe von Menschen definiert es auf die eine Weise, die andere Gruppe von Menschen definiert es eben auf die jeweils Andere. Solange sich jeder darüber bewusst es gibt es keinen Grund jemanden auszulachen oder jemandem zu unterstellen, er würde das Werkzeug Sprache verkehrt benutzen (Vgl. Thomas meint zu Jürgen nach dem Unterricht: “Es muss heißen: Ich habe kein Geld anstelle von: Ich habe nicht kein Geld.”).

Man muss sich also unterm Strich sehr bewusst darüber sein, dass das was jemand sagt auch nur dann bei dem Empfänger genauso ankommt wenn Sie die exakt gleiche Definition verwenden. In meiner Praxis als Kommunikator habe ich öfter erfahren dass die Definitionen nicht immer übereinstimmen. Je weiter die Definitionen voneinander entfernt sind desto größer werden die Probleme bei dem Funktionieren von Kommunikation. Es geht sogar so weit, das man mit dem gleichen Wort etwas genau Entgegengesetztes meint. Entweder ist dann der Gegenüber sehr aufgebracht, oder aber sehr verwirrt. Beide Situationen sind in keiner Kommunikation erwünscht.

Die richtigere Variante nach einem logischen Kriterium gibt es also nicht. Es gibt jedoch eine richtigere Variante nach dem Kriterium der Praktikabilität. Die doppelte Verneinung funktioniert zum Beispiel bei den Amerikanern nur deswegen, weil die nach unseren Kriterien logischere Aussage viel seltener beabsichtigt ist. Einzig und allein aus diesem Grund kommt es zum häufigen Verstehen der doppelten Verneinung.
Vorausgesetzt man müsste sich der doppelten Verneinung häufiger bedienen, so wäre es kontraproduktiv eben eine Formulierung zu benutzen Und dafür zwei Bedeutungen zu haben. Besonders schlimm ist es deswegen weil die beiden Bedeutungen das genau entgegengesetzte Teil meinen. Es würde nämlich in der Praxis bedeuten, dass man für die korrekte Schlussfolgerung, lediglich die nonverbale Kommunikation benutzen kann um zu erahnen was gemeint ist. Dies bietet natürlich viel zu viel Spielraum für Missverständnisse.

Fazit: Funktionierende Kommunikation ist in der Basis eine Frage von übereinstimmender Definition.