Gaudi – Eine Sensation die lebt!

Höre ich mir die CD des in Alsdorf aufgeführten Musicals Gaudi heute an, fühle ich mich in die Zeit von damals zurückversetzt. Ich sehe die Darsteller regelrecht vor dem geistigen Auge die Bühne bearbeiten. Es ist für mich eine hoch emotionale Erfahrung. Das war es damals schon, besonders weil ich mit etwa 15 Jahren etwas in Renée Knapp verschossen war. Dies aber nur eine kleine Randbemerkung. Es war und es ist das Musical in seiner Gesamtheit, was mir wunderschöne Erfahrungen beschert hat und es sogar noch immer beschert.

Wenn man sich außerdem vor Augen führt, was da in Alsdorf früher eigentlich geschehen ist, dann ist das schon eine kleine Sensation. Meine Schwester arbeitete damals für die Gastronomie Schlemermeyer, die für die Gäste des Musicals Getränke zur Verfügung stellte. Sie berichtete mir viel aus dem Nähkästchen, z.B. von den Fans der Show, die sich das Spektabel wahrscheinlich sogar mehr als 100 mal angesehen haben. Besonders aufregend war es wenn Sie davon erzählte wie die Hauptdarsteller sich dann hinterher im Amadeus unter die Menschen mischten. Das durfte ich leider nie miterleben. Man konnte es damals gar nicht so recht fassen, was in unserem kleinen und unbedeutsamen Ort statt fand.

Ich kann diese Begeisterung sehr gut nachempfinden und mich noch an ankommende Gäste erinnern, die mich auf der Bahnhofststraße fragten, wo denn die Haupteinkaufsstraße sei. Sie kamen wohl von außerhalb. Ich zeigte die Straße hinunter und sagte: “Dies ist die Hauptstraße” und erntete reichlich irritierte Blicke. Der Kern der Stadt sah noch gänzlich anders aus als heute. Auf der Straßenseite wo der Stadtpark, Wehmeyer und das Kaufland sind, war früher nur eine große Backsteinmauer, die das Grubengelände markierte. Auch der Bushof am Denkmalplatz war ziemlich baufällig. Das hat übrigens Herr Eifler von der Stadtverwaltung sehr gut hinbekommen.

Eric Woolfson hatte ein wahres Meisterstück kreiert und dabei auch noch überaus grandiose Darsteller dafür organisiert. Ich habe Aufführungen mit der Vertretung von Renée Knapp damals gesehen und war maßlos enttäsucht. John Cashmore war neben Ihr einfach die ideale Besetzung. Er versprühte etwas Positives, was zusammen mit seinem grandiosen Gesang auf den Zuschauer / Zuhörer übersprang. Martin Moss war der König der Show. Wenn er zu Puppet Master auf die Bühne kam, war im Prinzip der Höhepunkt der Show erreicht. Der Applaus nach diesem Auftritt (vor der Pause) dauerte eine gefühlte halbe Stunde. Die Zuschauer waren regelrecht von den Sitzen gerissen und konnten Ihre Begeisterung gar nicht deutlich genug zum Ausdruck bringen.

Im Anschluss an die Pause kam Renée Knapp mit meinem damaligen Lieblingssong der Show “Inside Looking Out”.  “Too Late” ist der grandiose Part des zweiten Teils, wo alle drei Hauptdarsteller zusammen sangen. “Lonely Song” ist nach “Closer to Heaven” das zweite tolle Solo von John. Der Schlusssong “La Sagrada Familia” gab dem Musical ein würdiges Ende. Auch hiernach hielt der Applaus eine gefühlte Ewigkeit an.

Was würde ich geben um noch einmal die Show mit den drei Stars: Martin, Renée und John in der gleichen Kulisse erleben zu können. Ohne Martin kann die Show jedoch niemals mehr genau so sein, wie ich sie in Erinnerung habe. Es macht mich ein wenig traurig.

“Until the next time”