Weltfrauentag 2017

Heute ist Weltfrauentag und ich schaue mal was es so auf Twitter zu sehen gibt. Ich sehe vorwiegend Tweets die darauf hinweisen wie stark Frauen sein sollen. Ich denke mir: Nagut, ich hab das bisher noch nicht so wirklich als eine Domäne der Frau wahrgenommen, weder physisch noch Mental. Tatsächlich erscheint es mir eher als eine Art Reaktion darauf, dass sie sich möglicherweise unterrepräsentiert fühlen könnten oder darauf, dass sie als schwach wahr genommen werden. Ich kann das so nicht unterschreiben.

Für mich sind Frauen nicht schwach und ich empfinde sie nicht als unterrepräsentiert. Frauen verteilen sich anders auf Jobs als Männer. Frauen haben andere Interessen als Männer. Das ist gut.

Jedenfalls fühlt es sich für mich wie ein verzweifelter Versuch an auf sich aufmerksam zu machen indem versucht wird zu demonstrieren was Frauen erreicht haben und wie stark Frauen sind. Man möchte scheinbar Missstände aufdecken und dafür sorgen, dass Frauen gerechter behandelt werden.

Häufig geht es bei dem was Frauen für Ihr Geschlecht erreichen wollen darum, dass sie etwas von der Macht abhaben wollen, die sich heute hauptsächlich in männlichen Händen befindet. Liebe Frauen… Beginnt endlich zu verstehen, dass wir die Macht zwar von diesen Leuten weg bekommen müssen, sie aber nicht statt dessen in andere Hänge gelegt werden will. Die (politische) Macht muss sich mehr auf die Bevölkerung verteilen und zwar gleichmäßig auf Alle. Das Geschlecht darf dabei keine Rolle spielen.

Irgendetwas irritiert mich aber auch daran, was vor allen Dingen daran liegt, dass in meinem Kopf noch nicht einmal in meinem Leben ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen existiert hat. Für jemanden wie mich fühlt es sich gelegentlich – je nach Inhalt – erbärmlich an wie demonstriert wird. Hier in Deutschland ist die Frau nämlich schon lange gleichberechtigt politisch und legal. Dass es in der Praxis anders aussieht lässt sich natürlich nicht abstreiten.

Wieso wird dann aber trotzdem so häufig an politischen Hebeln gezogen und gewackelt: Frauenquote etc. In meinen Augen hat der Gesetzgeber nämlich genau dafür zu sorgen, was wir jetzt schon haben. Dafür, dass die Regeln / Gesetze Niemanden bevorzugen. Es mag hier Ausnahmen geben, das kann ich nicht einschätzen. Dieser Versuch des Micro Management ist kläglich, nicht erfolgsversprechend und leider manchmal ungerecht. Fakt ist für mich nämlich auch, dass gewisse Personen oder Personenkreise versuchen Regeln und Gesetze durchzusetzen, deren Absicht zwar die Gleichberechtigung ist, die effektiv aber in höchster Qualität Gruppen von Menschen gezielt übervorteilen.

Bitte liebe Frauen. Wenn ihr Missstände seht, bekämpft sie. Ich helfe euch so gut ich kann. Aber das Problem sind nicht unsere Gesetze, es sind viel mehr einzelne Bürger. Wir müssen langfristig dafür sorgen, dass Kinder anständig erzogen werden, damit Köpfe wachsen, die so fühlen wie meiner. Wir müssen vor allen Dingen Menschen die tatsächlich ungerecht / sexistisch sind sagen, was es für dumme Wichser/Fotzen sind. Wir müssen aber nicht den Mann gezielt benachteiligen, damit es einzelnen Frauen besser geht. Fangt an zu kämpfen dort wo die Front ist und schickt bitte nicht irgendwelche Repräsentanten. Fangt an Jobs nicht zu akzeptieren, weil sie einen Gender Paygap haben. Organisiert euch. Sorgt dafür, dass auch andere Frauen UND Männer diesen Job zu diesem Geld nicht machen. Sorgt dafür, dass Ihr eine Management Position in eurer Firma erhaltet. Haut dem Chauvinisten eins auf die Mütze. Aber tut bitte nicht Eines, nämlich den gütigen Mann bestrafen, der es niemals böse mit euch meint, sonst zieht ihr unnötig Hass auf euch.

 

Netzkultur Aachen

Der Netzkultur Aachen. befindet sich gerade in der Gründungsphase und ist noch auf der Suche nach Gründungsmitgliedern. Das Hauptziel des Vereins ist unterversorgte Gebiete innerhalb der Städteregion Aachen mit einem schnellen und zeitgemäßen Anschluss an das Internet zu versorgen.

Hierzu soll der Verein als repräsentatives Organ die Bürger gegenüber den großen Internet Service Providern wie NetAachen, Unitymedia, die deutsche Telekom oder Telefonica / O2 vertreten und dafür sorgen, dass schlecht ausgebaute Gebiete in Zukunft vernünftig versorgt werden.

Unser erstes Projekt ist das “Projekt Alsdorf Ofden” wo der Ortsteil Ofden von Alsdorf im Mittelpunkt steht. Dort existiert nämlich –  wie in einigen älteren Postings  (12) bereits angedeutet – eine größere Versorgungslücke. Es liegt dort kein Kabel und die Strecke der Telefonkabel zur nächsten Vermittlungsstelle sind dermaßen lang, dass kaum eine stabile DSL Verbindung zu Stande kommt. Die Datenraten liegen zudem in einem Bereich der nicht mehr feierlich ist.

Bitte unterstützen Sie unser Projekt entweder indem Sie

 

Anger Management Classes

Ich bin religiös erzogen worden. Es hat aus mir keinen religiösen Menschen gemacht, aber Einen der viel über Ethik und Gerechtigkeit nachdenkt.

Des Öfteren habe ich mir während einer Fahrt mit dem PKW folgende Gedanken gemacht:

Es kommt leider schonmal vor, dass ein anderer Verkehrsteilnehmer sich rücksichtlos mir gegenüber verhält. Entweder weil man mich schneidet oder weil jemand mit 100 km/h die linke Spur auf der Dreispurigen Autobahn chronisch belegt. Ich möchte diejenigen eigentlich darauf aufmerksam machen.

Aber was kann ich tun?
-> Nichts!

Und genau DAS ist das Dilemma. Zeige ich dem Fahrer den Mittelfinger, verklagt er mich und er bekommt wahrscheinlich auch noch Recht. Auch wenn ich ihm den Vogel zeige, habe ich ebenfalls schlechte Karten ohne eine Strafe davon zu kommen. Jegliche Form der Gestik, die negativ behaftet ist, ist leider nicht zugelassen.

Was kann ich also tun, um meinem fürchterlichen Bedürfnis, dem anderen Fahrer mitzuteilen was ich von ihm halte, nachzukommen?
-> Immer noch NICHTS!

Ich kann ihm schlecht mal eben eine Nachricht schreiben, die in etwa besagt: “Entschuldigen Sie bitte, aber ich halte Ihre Art- und Weise Ihren PKW zu bewegen für äußerst fragwürdig. Bitte korrigieren Sie Ihr Fehlverhalten oder denken Sie wenigstens einmal darüber nach.”

Es wäre eine politisch völlig korrekte Nachricht, die darauf verzichtet unter die Gürtellinie zu gehen oder den Menschen zu beleidigen. Da ich diese Möglichkeit aber nicht habe beschränke ich mich in der Praxis darauf meinem Ärger Luft zu mache, indem ich den Menschen lautstark beleidige (ohne dass er es hört). Das hilft schonmal etwas, aber verschafft keine wirkliche Befriedigung und ich halte es auch nicht für Gerecht. Ich möchte gerne meiner Pflicht nachkommen können, meine Mitmenschen über Fehler zu informieren. Außerdem möchte ich die Möglichkeit haben, einen emotionalen Ausbruch zu haben, sofern meine Konstitution dies erfordert.
Selbst wenn es eine technische Möglichkeit gäbe, dem anderen Fahrer eine Nachricht quasi sofort zukommen zu lassen, dann sähe diese bei mir nicht politisch korrekt aus, es sei denn man hat sich bei mir entschuldigt.
Warum?
-> Ich bin in Rage oder in Aufruhr versetzt worden, man hat meinen Gemütszustand aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich nehme für mich das Recht in Anspruch dieses auch bei dem Verursacher zu bewirken. Genau nach diesem Grundsatz empfinde ich es eben für Gerecht, auch mal zu etwas drastischeren Worten zu greifen.

“Du dummes Arschloch” oder “Du hohle Nuss”.

Beleidigungen werden für mich dadurch zu einem Mittel, das ich nutzen kann um das durcheinandergebrachte Gleichgewicht wiederherzustellen. Auf beiden Seiten. Ich grenze deswegen auch ab zwischen

1) unangebrachten Beleidigungen und

2) teilweise oder gänzlich berechtigten Beleidigungen

Beispiel für “teilweise berechtigt” (2):

>> Thomas bindet sich aus Versehen die Schuhe falsch zu, so dass er hinfällt. Heinrich sagt zu ihm : “Du Trottel”.
Heinricht hat vermutlich zumindest teilweise Recht; vielleicht sogar auch ziemlich viel. Eine Beleidigung wäre aber nicht unbedingt notwendig, denn Thomas hat den Schaden ja schon. Geholfen ist ihm mit dieser Bemerkung zudem nicht. Anstatt dass Thomas denkt: “Ich sollte beim nächsten Binden etwas aufmerksamer sein.” denkt er vermutlich eher “Was ist Heinrich für ein Arsch”. Heinrich wurde nicht beschädigt oder geschädigt. Ihm fehlt deswegen auch das Recht ungefragt auf das Ereignis in diesem negativen Maße zu reagieren.

Beispiel für “völlig berechtigt” (2):

>> Thomas soll die längst fällige Rechnung bezahlen, vergisst dies aber. Heinricht hatte für Ihn freundlicher Weise die Ware online bestellt. Nun erhält Heinrich allerdings eine Mahnung mit saftigen Mahngebühren. Heinrich zu Thomas: “Du hast ein Gedächtnis wie ein Sieb.”. Hier hat Heinrich völlig Recht und muss zudem Leid ertragen, das Thomas verschuldet hat. Er hat also jedes Recht seinem Ärger Luft zu verschaffen. Nun hätte Heinrich aber auch sagen können: “Du Arschloch”. Das wäre natürlich weniger angebracht, weil die Beleidigung inhaltlich nicht korrekt ist bzw. sie sich aus diesem Vorfall nicht ableiten lässt. “Du Arschloch” würde eher passen, wenn Thomas absichtlich die Rechnung nicht bezahlt hat und damit Heinrich schaden zufügen wollte. Das wäre in der Tat die Tat eines Arschlochs.

Beispiel für “unangebrachte Beleidigung” (1):

>>Thomas sagt zu Heinrich: “Du behinderter Affe”.
Thomas hat dazu keinen Grund und eine sachliche Information fehlt beinahe völlig.

Bei solchen Konfliktsituationen (im Straßenverkehr) beobachte ich ziemlich genau wie andere Menschen (re)agieren. Tendentiell erwächst in jedem Menschen das gleiche Bedürfnis, nämlich seinem Ärger Luft zu verschaffen. In der Praxis sieht dass dann häufig ähnlich aus wie bei mir: wildes Gestikulieren, fluchen, schimpfen oder schreien. Bei einigen Menschen knüpft sich an dieses Verhalten jedoch die Frage an sich selbst: “Was bringt mir das?”. Daraus wiederum ergibt sich für viele die Antwort: “Nichts!” und entwickeln auf dieser Antwort basierend Strategien anders mit solchen Ereignissen umzugehen. Die Strategie überaus freundlich den “Überltäter” anzugrinsen und versuchen mit einer seltsamen Form der Ironie mit der Situation umzugehen.
Ich habe das für mich auch schon probiert, allerdins habe ich festgestellt, dass die Frage “Was bringt mir das?” sich mit der scheinbar unmöglichen Antwort beantworten lässt: “Noch weniger als nichs.”, denn ich stelle fest, dass es mein inneres Gleichgewicht nicht wiederherstellt, sondern dieser eher noch konträr gegenüber steht.

Um nochmal zur eigentlich Frage zurückzukehren, was es einem bringt, wenn man ausrastet? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es tatsächlich etwas bringt. Natürlich bringt es nichts zählbares, aber es bringt in gewisser Weise zumindest Seelenfrieden.

Der Gefühlsausbruch

Gerade in Deutschland habe ich das Gefühl ein Gefühlsausbruch ist ein Ereignis, dass möglichst unter Kontrolle gehalten werden muss oder am besten gar nicht geschehen darf. Schon Kinder die ja nun gerade die Fähigkeit Emotionen zu unterdrücken oder zu kontrollieren, eher nicht besitzen, werden hier in Deutschland ständig ermahnt: “Bleib ruhig sitzen!” oder “Hör auf herumzutoben, wir sind hier doch nicht auf einem Spielplatz.”. Die Erziehung zu wenig Extrovertiertheit klappt außerordentlich, meiner Meinung nach zu gut.

Was denkt man über mich?

Visualisiert bekommt man diese anerzogene  Charactereigenschaft sehr gut, wenn wir uns einen tollen Musikauftritt im Fernsehen schaut. Mitklatschen können die Deutschen hervorragend; schunkeln ist auch eine einfache Übung. Alles was darüber hinaus geht überfordert uns Deutsche jedoch emotional.

“Was könnten den die Anderen von mir denken?” oder “Vielleicht glauben die Anderen ich bin bescheuert, wenn ich mich jetzt vom Sitz erhebe und vielleicht sogar anfange zu tanzen.”

Ich habe auch als Zuschauer schon wirklich viele Konzerte besucht. Ich stellte für mich selbst auch oft fest, dass meine Gedanken sich teilweise darum kreisen, was die Menschen um mich herum denken mögen. Je mehr ich das tue, desto schlechter ist das Konzert. Ich habe grandiose Auftritte erlebt, wo sich vom Gefühl her Niemand über soetwas Gedanken gemacht hat. Emotionen nehmen Ihren lauf, man kann durchaus auch mal schreien oder wild herumspringen oder pfeiffen. Es ist ein schönes Gefühl sich seinen Emotionen ergeben zu können und den Verstand und das Bewusstsein ein Stück beiseite legen zu können. Für mich ist dieses Verhalten ziemlich primitiv und auch etwas animalisch. Nicht zuletzt deswegen, ist der Begriff animalisch (in Bezug auf Menschen) genau so wenig negativ belastet wie der Begriff “primitiv”.

Resozialisieren?

Der Versuch Menschen, die über ein erhöhtes Temperament verfügen resozialisieren zu wollen, wird nach meinem Verständnis nur von Menschen gefordert, die ein defektes Verständnis von sozialem Gefüge haben. Ich möchte jetzt hier nicht allzuweit ausholen, da der Text mit steigender Länge weniger Leser bekommt. Kurz gefasst will ich damit sagen, dass Choleriker und auch Hyperaktive nicht verhindert oder umerzogen werden müssen. Sie müssen nicht zu gemäßigten oder ruhigen Menschen geformt werden. Ich kenne leider nur wenig Deutsche, die über ein gesundes und gesteigertes Temperament verfügen. Mir sind jene aber wesentlich lieber im Umgang als Langweiler oder Menschen die völlig in sich gekehrt sind, zumal wenn es wider deren Natur ist. Ich war noch nie Teilnehmer einer Anger Management Class (Kurs zur Agressionsbewältigung), aber ich habe leider den Eindruck, dass es darum geht möglichst keine Gefühlsausbrüche zu haben.

Was denn dann?

Was diesen Menschen nur beigebracht werden muss, ist die Fähigkeit erkennen zu können, wann Fremde sich durch das eigene Verhalten verletzt oder z.B. gedemütigt fühlen. Jemanden in einer Reaktion zu verletzen oder zu demütigen, soll nicht um jeden Preis verhindert werden. Viel wichtiger ist ein Gefühl dafür zu haben welches Maß man anlegen sollte und dass man seine Handlungen reflektiert. Besonders bei Kindern muss man falsches oder asoziales Verhalten als Gelegenheit betrachten deren Sinn für Recht und Unrecht zu schärfen und nicht als Möglichkeit dem Kind weiß zu machen, schreien oder schlagen sei generell Fehlverhalten. Es geht vielmehr darum, welche Aktion vorausgegangen ist und ob die Reaktion in der Qualität und Quantität angemessen ist. Ich beobachte dass viele Menschen dazu neigen in einem binären System zwischen Recht und Unrecht bzw. zwischen Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden. Ich setze mich dafür ein, dass man diese wichtigen Themen nicht so bilateral betrachtet, sondern lernt, dass zwischen Wahr und Unwahr nicht genau 1 Schritt, sondern viele Schritte liegen. Es ist kein Entweder – Oder, sondern ein: Wieviel davon und wieviel hiervon.

Wer sind wir denn?

Lustiger Weise stelle ich häufig fest, dass Verhaltensweisen von Tieren und Menschen äußerst ähnlich sind, speziell wenn es sich um emotionale Vorfälle handelt. Dennoch sind Sätze wie “Ich bin doch kein Tier” bei den Menschen sehr beliebt.
Mir fehlt dafür jegliches Verständnis, denn in meinen Augen sind wir selbstverständlich Tiere. Tiere die ein bisschen mehr Macht (über sich selber) haben. Ich empfehle diese Macht aber nicht zu missbrauchen sondern zu GEbrauchen. Außerdem sollten wir die Tier-ähnliche Handlungsweise nicht als Gefahr für uns betrachten. Ich will damit nicht sagen, dass man seinen Gefühlen und Emotionen immer freien lauf lassen soll. Ab und zu ist es auch sinnvoll sich selbst zurück zu halten und sich z.B. zu ermahnen jemandem jetzt gerade nicht ins Gesicht zu schlagen, obwohl einem danach ist. Nur durch Übung und Erfahrung kann man erlernen, wann welche Reaktion richtig ist. Und Fehler zu machen ist auch nur dann gut, wenn man die Fähigkeit zur Einsicht besitzt, reflektiert ist und auch ein (halbwegs) faires Urteilsvermögen besitzt. Leider erlebe ich immer wieder Menschen, die nach einem Fehlverhalten nicht die Fähigkeit besitzen zu erkennen, wenn eigenes Verhalten verkehrt war. Zu verbreitet ist die zu selbstsichere Attitüde:

Was ICH mache ist immer richtig.