Fernseher ohne Alles

Fernseher erhalten heutzutage immer mehr neue Funktionen:

  • 3D
  • Smart-TV
  • Streaming
  • Multiple Tuner
  • etc.

Ich will soetwas alles nicht. Einen Fernseher kaufe ich mir um mindestens 5 – 10 Jahre davon zu haben. Die Technologien die man versucht in dem Gerät unterzubringen ändern sich aber viel zu häufig. Anstatt sämtliche Funktionen in das TV-Gerät zu integrieren würde ich mir lieber wünschen die bisherigen externen Geräte die man so hat(te) in einem Gerät zu vereinen:

  • DVD / Blu Ray
  • Streaming
  • Mediacenter
  • PVR / Tuner / Recorder

Außerdem versucht hier auch jeder Hersteller wieder eine eigene Suppe zu kochen und entwickelt lustig selbst eigene Lösungen.

Die Hersteller von Fernsehgeräten zwingen mich fast dazu Sonderfunktionen zu kaufen, die ich gar nicht möchte. Fast jedes Gerät verfügt über mehrere Tuner und auch über Sonderfunktionen wie 3D oder SmartTV. Ich bitte euch:

Macht mir einen Stromsparenden Fernseher mit einem tollen Bild und ein paar Anschlüssen. Das genügt.

OpenELEC 2.0 auf Atom ion 330

Hardware

Ich verfüge nun schon seit ein paar Jahren über folgendes Mainboard:

  • Point of View
  • Intel Atom 330 – 1,6 GHz Dual Core
  • Geforce 9400
  • 2 GB RAM
XBMC_Atom_ION_Hardware
XBMC_Atom_ION_Hardware

Vergangenes

Zu Anfang rüstete ich das System mit einem Slim DVD aus und mit einer 2,5″ Festplatte. Mittlerweile habe ich aus Gründen der Hitzeentwicklung die Festplatte in ein externes Gehäuse ausgelagert. Das optische DVD Laufwerk habe ich komplett entfernt (viel zu laut).  Es war immer schon mein Ziel möglichst minimalistische Hardware und Software zu verwenden (XBMC minimal Beitrag). Die Festplatte komplett zu entfernen ist Ziel der folgenden Aktion.

Zwischenzeitlich hatte ich auch einmal ein sogenanntes “diskless” System in Betrieb, mit PXE Boot und einem System dass per NFS  geladen wurde (XBMX Diskless Beitrag). Das stellte sich in meinem besonderen Fall jedoch nicht als sehr praktikabel heraus, da der fileserver damit nur unnötig zusätzlich zu tun hatte und die Netzwerkleitung zusätzlich belastet wurde. Letzteres war in meinem Fall besonders schlecht, da ich leider nur über PowerLAN (aka DLAN) mit einer Nettorate von maximal ca. 5 MB/s verfüge.

OpenELEC ist kürzlich in der Version 2.0 erschienen (XBMC 11.0 Eden). Der Gedanke keine Festplatte mehr einsetzen zu müssen und deswegen auf das klobige und stromhungrige externe Gehäuse zu verzichten erscheint mir mehr äußerst reizvoll.

xbmc_with_hdd
xbmc_with_hdd

Installation

Gesagt getan. 2 USB Sticks zur Hand und keine 10 Minute später ist XBMC auf einem absolut minimalistischen Linux installiert (Anleitung). Während der Installation habe ich mich für eine GUID Partitionstabelle entschieden und dafür den ssh Dienst zu aktivieren. Es ist für mich enorm erfreulich wie unglaublich einfach und schnell solch eine Installation von Statten gehen kann. *Thumbs UP*

xbmc_without_hdd
xbmc_without_hdd

Nach der Installation bootet das System in ziemlich genau 17 Sekunden (nach dem Bootloader bis zum XBMC screen). WOW!
Per ssh kann ich mich entfernt mich dem System verbinden. Das Standard-Passwort ist “openelec“. Wie ich das Passwort ändern kann bleibt mir bislang verborgen. Das Kommandozeilentool “passwd” ist leider nicht vorhanden. Durch die enorme Einfachheit ist es jedoch kaum notwendig sich per ssh überhaupt zu vebinden.

 

 

 

NFS

Mein ganzen Daten liegen auf einem Linux System, dass NFS4 zur Freigabe Selbiger benutzt. NFS ist spürbar performanter als Samba (SMB). Das Hinzufügen der Freigaben über die Oberfläche funktionierte leider nicht. Zwar entdeckte das OpenELEC selbständig meinen NFS Server im Netzwerk und auch seine Freigabe, allerdings waren Diese einfach leer.

Statt dessen kann man unter /storage/.config/ eine Datei namens autostart.sh anlegen mit folgendem Inhalt:

#!/bin/bash
sleep 30
mount -t nfs 192.168.1.1:/export/filme /storage/movies

Ein Neustart weiter und der Zugriff auf die Filme war möglich, indem ich im Interface den Pfad

/storage/movies

hinzugefügte.

Audio

Hier musste ich fast nichts einstellen. Am HDMI Ausgang des Mainboards ist der AV-Receiver angeschlossen, der wiederum das Video Signal weiter per HDMI zum Fernseher schickt. Es kam auch von Anfang an Ton, allerdings musste ich erst noch unter “System – Audio Output” umstellen auf:

  • HDMI
  • 5.1
  • Dolby Digital (AC3) capable receiver
  • DTS capable receiver

Im Anschluss wurden Videos mit Dolby Digital und DTS einwandfrei wiedergegeben.

Hardware Info

Unter “System Info” wurde mir im Gegensatz zu meinem alten auf Ubuntu 12.04 basierten System auch die korrekte GPU Temperatur angezeigt. Das war speziell in meinem Fall sehr hilfreich, da mein System dazu neigte durch wegen eines Lüfterumbau zu überhitzen. Bei einer GPU Temperatur von 68°C während der Wiedergabe eines hochauflösenden H.264 kodierten Video läuft mein System stabil und ohne Ruckler.

Addons

Zuletzt hatte ich OpenELEC 1.9.9 ausprobiert. Darin war es nicht möglich Addons zu installieren. Nach einem Klick auf “Get more” kam einfach eine leere Liste. Addons funktionieren nun in der Version 2.0 einwandfrei.

Fazit

XBMC living room experience
XBMC living room experience

Es gibt für mich keinerlei Gründe weiterhin eine (mechanische) Festplatte für den Betrieb von XBMC zu nutzen. Ebenso ein aufgeblasenes Ubuntu steht deutlich im Schatten dieses absolut schlanken OpenELEC, was bereits in einer speziell angepassten Variante für die ION Palttform zur Verfügung steht.

Ich bin absolut begeistert und werde OpenELEC jedem weiterempfehlen.

XBMC Diskless PXE Boot (NFS)

Ich benutze schon seit längerer Zeit ein HTPC mit Ubuntu 9.10 Karmic Koala und XBMC 10.1 (Dharma). Im Gehäuse werkelt ein Point of View Mainboard mit einem Intel Atom ION 330. Außerdem ist darin eine 2,5″ Festplatte und ein SLIM DVD Laufwerk eingebaut.

Das ziemlich kleine Gehäuse ist sehr eng und wird auch ziemlich war. Deswegen musste ich die Lüfter etwas schneller drehen lassen, was mir eindeutig zu laut war. Ich entschloss mich einen Versuch zu unternehmen den Computer diskless übers Netzwerk per PXE und NFS starten zu lassen. Ich verfüge über einen Debian Squeeze Server mit Xen 4.0, worauf bereits ein DHCP Server läuft.

Hier im folgenden grob die Schritte die ich unternahm, um den Rechner ohne Festplatte lauffähig zu bekommen:

Zunächst ein paar Kerndaten über mein Setup:
DHCP Server debian squeeze xen dom0 auf 10.10.101.100
TFTP Server debian squeeze xen dom0 auf 10.10.101.100 (tftpd-hpa gestartet direkt, nicht inetd).
NFS Server debian squeeze xen domU auf 10.10.101.22 (nfs-kernel-server)

  1. Auf dem bereits vorhandenen DHCP-Server PXE boot aktiviert und tftpd-hpa installiert
    DHCP-Server: /etc/dhcp/dhcpd.conf:
    server-name "10.10.101.100";
    filename "/pxelinux.0";
    next-server 10.10.101.100;

    Wobei 10.10.101.100 die IP des DHCP und TFTP Servers ist (siehe oben).

    TFTP-Server: /etc/default/tftpd-hpa
    # /etc/default/tftpd-hpa
    TFTP_USERNAME="tftp"
    TFTP_DIRECTORY="/var/lib/tftp"
    TFTP_ADDRESS="0.0.0.0:69"
    TFTP_OPTIONS="--secure"

  2. Der TFTP Server serviert nur die Dateien aus /var/lib/tftp, was gleichzeitig das root-Verzeichnis für das PXE Booting wird. Hier kommen die initrd rein, der Kernel, die Datei pxelinux.0 und die Bootkonfiguration. Siehe dazu auch weiter unten.
  3. Einrichtung der Boot-Konfiguration.
    TFTP-Server:
    mkdir -p /var/lib/tftp/pxelinux.cfg
    touch /var/lib/tftp/pxelinux.cfg/default
    nano /var/lib/tftp/pxelinux.cfg/default

    In diese Datei dann diesen Inhalt schreiben:
    LABEL linux
    KERNEL vmlinuz-2.6.28-19-generic
    APPEND root=/dev/nfs initrd=initrd.img-2.6.28-19-generic.nfs nfsroot=10.10.101.22:/nfsroot ip=dhcp rw

    Wobei 10.10.101.22 die IP-Adresse des NFS Servers ist, deren Verzeichnis /nfsroot die gesammten Dateien der alten Festplatte enthält.
  4. Erstellung einer Initial Ramdisk, die fähig ist vom Netzwerk zu starten.
    HTPC: Datei /etc/initramfs-tools/initramfs.conf:
    #BOOT=local
    BOOT=nfs
    mkinitramfs -o /boot/initrd.img-2.6.28-19-generic.nfs
  5. Kopieren der “initrd.img-2.6.28-19-generic.nfs” und der “vmlinuz-2.6.28-19-generic” und der “/usr/lib/syslinux/pxelinux.0” in das TFTP Boot root-Verzeichnis /var/lib/tftp/ auf dem TFTP Server.

  6. Ausbau der Festplatte und des optischen SLIM-Laufwerks.
  7. Xen domU aufgesetzt (optional) als NFS Server, zum Ersatz für die Festplatte inkl. nfs-kernel-server.
    /etc/exportfs:

    /nfsroot mylocal.dns.name(rw,no_root_squash,async)
  8. Kopieren des gesammten Festplatteninhalt (cp -axv) in den NFS-Freigabe Ordner (/nfsroot).
    NFS-Server:
    mnt /dev/sdcX /mnt
    cp -axv /mnt/* /nfsroot/
  9. Löschen des NetworkManagers vom alten System (kollidiert mit dem PXE Boot)
    Auf dem NFS Server im nfsroot:
    rm /nfsroot/etc/rc2.d/S50NetworkManager
    rm /nfsroot/etc/init.d/NetworkManager

    Es kann sein, dass Ihr den Network Manager garnicht benutzt oder die Dateien etwas anders heißen. Zusätzlich solltet Ihr nachsehen ob in “/nfsroot/etc/network/interfaces” die Netzwerkschnittstelle eingerichtet ist. Wenn das der Fall ist die Konfiguration löschen.

  10. In der in der fstab des zu bootenden Systems unter /nfsroot/etc/fstab habe ich jegliche Dateisysteme die zuvor lokal eingebunden worden sind auskommentiert:

    # / was on /dev/sda1 during installation
    #UUID=30f247bc-e22d-4132-806d-60151c16e5e0 / ext3 relatime,errors=remount-ro 0 1
    # swap was on /dev/sda5 during installation
    #UUID=270b8d3b-1c62-48ca-86f3-34436e42f33f none swap sw 0 0

  11. Ich musste zuletzt auch noch den Eintrag für die Namensauflösung manuell in der /etc/resolv.conf anlegen, damit das DNS funktioniert.
    HTPC: /etc/resolv.conf

    nameserver 10.10.101.100

    Die IP 10.10.101.100 wäre dann zu ersetzen mit der eigenen DNS Server Adresse.

XBMC auf AppleTV 2

Das aktuelle AppleTV2 ist schön klein und trotzdem relativ leistungsfähig. Es kann 1080p dekodieren, allerdings maximal 720p ausgeben. Es ist noch nicht bekannt, ob die Ausgabe per Hardware oder Software beschränkt ist. Ich kann allerdings bei einem 40″ und einer Distanz von ca. 3 Metern keinen Unterschied in der Qualität erkennen, ob ich 720 oder 1080 gucke.
Ich habe mich auf das Spiel eingelassen, mir einen Apple TV gekauft und XBMC (10.0 aka dharma) installiert. Die Fernbedienung funktioniert out of the box, allerdings weiß ich nocht nicht genau wie ich z.B. das Kontextmenü aufrufe umd z.B. die Datenbank zu aktualisieren. Ich habe auch noch nicht probiert auf meine zentrale MySQL Datenbank zuzugreifen (advancedsettings.xml).
Leider habe ich noch keine Möglichkeit gefunden SMB oder NFS Fileshares direkt im System in einen beliebigen Pfad einzuhängen. Zugriff auf SMB Shares ist direkt aus XBMC mit dem eigenen Client möglich und funktioniert soweit tadellos. Allerdings ist es sehr umständlich Benutzerdaten über die Fernbedienung einzugeben. Außerdem würde ich gerne NFS einsetzen auf Grund des geringeren Protokoll Overheads (höhere Leistung).
Probleme habe ich mehrere gehabt:
1) Manchmal habe ich keinen Ton. Dann starte ich neu und es funktioniert
2) Manchmal habe ich kein Bild. Ich habe zwischen meinem Samsung TV und dem Apple TV einen Denon AV-Receiver hängen (HDMI). Neustart des Apple TV und des Receivers behebt dann meistens das Problem. Es ist trotzdem sehr ärgerlich.
3) Große MKV-Dateien so um die 10 GB laufen nicht flüssig.
4) Das Menü läuft nicht ganz flüssig, auf einem Atom System mit Linux und Nvidia 940M lief es besser.
5) Das AppleTV kann selber keine Netzwerk-Freigaben mounten (NFS, SSH, SMB)

XBMC minimal ion230 auf USB Stick howto

Nach dem ich hier meine Erfahrungen mit XBMC unter Ubunut 9.04 auf einem Point Of View 230 Kund getan habe, möchte ich nun eine kurze Anleitung schreiben zu folgendem Setup:

  • Point of View Ion230 (Atom 1,6 GHz mit HT)
  • Nvidia Geforce 9400M
  • 2 GB RAM DDR2 800 MHz SO-DIMMs
  • USB Stick 2 GB
  • SATA 5 1/4″ DVD-R
  • Ubuntu 9.04 Netzwerk PXE Install
  • externer Dolby Digital Decoder (optische Übertragung)
  • Zugriff auf die Inhalte (Musik , Filme, etc) per NFS auf einem linux fileserver

Ich habe keine Festplatte mehr eingebaut, da mir selbst eine 2,5″ Platte noch zu viel Strom verbraucht, zu warm wird und zu laut ist. Ein USB Stick reicht völlig aus, da keine großen Datenmengen bewegt werden. 2 GB sind allerdings etwas knapp bemessen. Mit 4 GB wär man auf der sicheren Seite.
Befehle sind kursiv.

  1. INSTALLATION UBUNTU
    Installation Ubuntu minimal
    Markiert nur “ssh Server”
  2. sudo aptitude install xorg gnome-core gdm firefox synaptic  gnome-app-install
  3. sudo aptitude clean
  4. reboot
  5. DIGITAL AUDIO OUT
    Anmelden mit Gnome gui
  6. Oben Rechts auf den Lautsprecher und auf “Lautstärkeregler” (alsamixer)
  7. Auf “Einstellungen – sichtbare Tonspuren – Schalter – IEC958” aktivieren
  8. “Schließen”
  9. Im Mixer Registerkarte “Schalter”
  10. Haken setzen bei “IEC958
    Hierdurch wird der digitale Tonausgang aktiviert, der den Ton zum externen Decoder weiterreicht. Ob der coax-Anschluss auch aktiviert weiß ich nicht. Ich benutze den optischen Ausgang.
  11. XBMC INSTALLIEREN
    Hierzu gibt es schon eine gute Anleitung.
    In der Anleitung “Autostart (optional)” kann ich nur empfehlen einzurichten!
  12. Um per XBMC eine CD / DVD auswerfen zu können in der Datei “/etc/sysctl.conf” am Ende folgendes einfügen: “dev.cdrom.lock=0
  13. In den Einstellungen unter “Video – Rendering Method” auf VDPAU stellen
  14. Im Bios des Mainboard dem Onboard Grafikchip fest 512 MB zuteilen.
  15. NFS SHARES VERBINDEN
  16. aptitude install nfs-common
    In der Datei /etc/fstab die Einträge der eigenen Umgebung entsprechend anlegen. Hier sind Meine:
    fileserver:/mnt/lvm-fileserver/audio/   /mnt/audio nfs defaults 0 0
    fileserver:/mnt/lvm-fileserver/video    /mnt/video nfs defaults 0 0
  17. Nun kann man per “mount -a” die Freigaben einbinden.
  18. NVIDIA TREIBER INSTALLIEREN
    Per “uname -r” prüfen, welchen Kernel man installiert hat (hier: generic 2.6.28-16)
  19. apt-get install make build-essential linux-headers-2.6.28-16-generic libc6-i386
  20. cd / && mkdir download && cd download
  21. wget http://de.download.nvidia.com/XFree86/Linux-x86/185.18.36/NVIDIA-Linux-x86-185.18.36-pkg1.run
  22. chmod +x NVIDIA-Linux-x86-185.18.36-pkg1.run
  23. /etc/init.d/gdm stop
  24. ./NVIDIA-Linux-x86-185.18.36-pkg1.run
  25. precompiled? -> no -> ok ok -> finish
  26. /etc/init.d/gdm start
  27. sudo aptitude clean

Am Ende kann man neustarten. und wenn man unter Punkt 11 XBMC als Standard definiert hat, so gelangt man automatisch nach dem Hochfahren ins XBMC.

Zwischendurch hilft es mit “aptitude clean” etwas Speicherplatz auf dem Stick freizugeben. Am Ende hatte ich etwa 1,77 GB belegt, es sind noch ca. 50 MB frei.

XBMC unter Linux mit Atom ion230

Das XBMC ist jetzt schon seit etwa 5 Jahren mein treuer Begleiter. Zunächst auf einer XBox mit der DVD Remote, dann auf verschiedenen x86-Systemen unter Windows XP. Des Öfteren bin ich daran gescheitert XBMC ordentlich unter Linux laufen zu lassen, was nicht zuletzt an schlechter Treiber-Unterstützung lag.

Jetzt habe ich ein kleines Experiment gewagt in dem ich meine Hardware gewechselt habe von:

alt:

  • Asrock ConroeXFire eSata II
  • Core2Duo E6400 mit 2.13 GHz
  • 2 GB RAM DDR2 800 MHz
  • 3,5″ SATA 160 GB
  • PATA 5 1/4″ DVD-ROM
  • Windows XP Pro German SP3
  • Creative PCI X-Fi Music

neu:

  • Point of View Ion230 (Atom 1,6 GHz)
  • Nvidia Geforce 9400M
  • 512 MB 2 GB RAM DDR2 800 MHz SO-DIMMs
  • 2,5″ SATA 80 GB
  • SATA 5 1/4″ DVD-R
  • Ubuntu 9.04

Die Leistung des “neuen” Systems ist geringer, der Stromverbrauch dafür aber auch. Liege ich beim alten System bei etwa 90-150W, komme ich beim Atom-System nur auf etwa 20-40 W. Ein Unterschied, der sich hoffentlich im Laufe der Jahre bezahlt macht.

Jedoch unterscheidet sich nicht nur die Hardware, sondern vor allen Dingen die Software, denn auf dem Atom-System läuft Ubuntu 9.04, vorher Windows XP SP3. Um das System möglichst schmal zu halten, habe ich bei der Auswahl über die zu installierenden Komponenten nur den Gnome-Desktop ausgewählt und den ssh-Server.
In der Handhabung gefällt mir das Linux-System auf Anhieb wesentlich besser:

  1. Das System loggt sich automatisch ein. Unter Windows muss ich in der Registry rumfummeln um das zu bewerkstelligen. Shame on Microsoft.
  2. Ubuntu verbindet sich automatisch mit den Netzwerkfreigaben (SMB). Unter Windows hatte ich natürlich auch Freigaben als Laufwerksbuchstaben eingebunden. Ich musste jedoch vor dem Start immer zunächst den Explorer aufrufen und die Netzwerklaufwerke refreshen lassen. Eine Aktion die bei meiner Freundin als Benutzerin noch saurer aufstößt als bei mir.
  3. Unter Ubuntu habe ich statt gnome den XBMC gewählt, d.h. es wird kein überflüssiger Desktop geladen und XBMC startet automatisch, wenn das System hochgefahren ist.
  4. Unter Linux brauche ich keinen Virenscanner. Unter Windows kam von Zeit zu Zeit immer eine Onscreen Meldung, dass der Scanner sich aktualisiert hat. Das war schon ziemlich nervig, besonders beim schauen von Filmen.
  5. Linux unterstützt VDPAU, was den Prozessor deutlich entlastet. Da der Geforce 9400M alle Formate außer MPEG4 unterstützt, macht sich das deutlich bemerkbar. Ohne VDPAU wäre der ATOM zu langsam, speziell bei HD-Inhalten.
  6. Der Standby-Modus unter Linux funktioniert auf Anhieb. Unter Windows hab ich das System entweder Tagelang durchlaufen gehabt, oder habe es über den Schalter am Gehäuse ausgeschaltet.

Ubuntu ließ sich völlig problemlos auf dem ION-Board installieren. Jedes Device wurde sofort erkannt. Ich musste lediglich den digitalen Ausgang aktivieren und die Treiber von der Nvidia Homepage herunterladen und installieren. Das geht mit ein wenig Übung aber auch leicht von der Hand. Die neue Hardware ist wirklich exzellent, besonders weil es auch noch deutlich leiser ist. Sogar der Prozessorkühlkörper hat keinen Lüfter.

Was mir jetzt noch fehlt ist eine gute Lösung für eine Fernbedienung. Ich würde gerne die DVD Remote auch an dem Linux-PC probieren, mir fehlt allerdings noch der Adapter. Wenn das auch funktioniert, dann bin ich der glücklichste Multimedia-Mensch.

— >Nachtrag (15. Okt. 2009)

Zunächst hatte ich noch Schwierigkeiten mit der Widergabe von HD-Videos. Ich stellte fest, dass 512 MB RAM zu wenig sind, zumal die Grafikkarte sich am RAM bedient.
Lösung: 2 GB RAM installiert und im BIOS dem Grafikchip 512 MB fest zugewiesen + Renderer in XBMC auf VDPAU gestellt.

Angeblich funktioniert die Microsoft DVD Remote für die Xbox “out of the box” unter linux mit entsprechendem Adapter. Leider funktioniert das bei mir (noch) nicht.
Außerdem gibt es von Zeit zu Zeit kleine Schwierigkeiten unter linux. Z.B. stürzt XBMC ab oder bei der Widergabe von .ts-Aufnahmen einer dreambox gibt es Bildstörungen.
Nach jedem Neustart des Computers steht die Lautstärke des Master-Reglers auf stumm. Ich muss dann jedes mal manuell über alsamixer die Lautstärke anpassen.
Es taucht von Zeit zu Zeit einfach mal so der Gnome-Cursor in der Mitte des Schirms auf und bleibt dort, unabhängig vom XBMC-Cursor.
Die Serverdienste unter XBMC laufen nicht. In den Netzwerkeinstellungen in XBMC steht die Netzwerkkarte auf deaktiviert und ich kann sie nicht aktivieren dort.  Die per /etc/fstab gemounteten smb-shares bringen den Rechner dazu, dass er nicht komplett herunterfährt. Er bleibt dann an einer Stelle hängen, wo dann steht:

  • CIFS VFS: server not responding
  • CIFS VFS: no response for cmd 50 mid 63.

Die Tastatur steht seltsamerweise falsch ein. Scheinbar hab ich ein amerikanisches Layout, seitdem ich die nvidia-Treiber installiert habe.

So bleibt  folgende Todo-Liste:

  1. DVD Remote (vielleicht mal einen anderen USB-Adapter probieren)
  2. Abstürze (muss ich wohl auf neuere builds warten)
  3. .ts (mpeg2) Aufnahmen starten nicht richtig oder verursachen Bildstörungen (mögliche Spur: XBMC Forum)
  4. Lautstärke Niveau auf 0 nach Neustart (mögliche Spur: arch linux Link, Ubuntu Bugtracker, vielversprechend: mariusb.net Link, noch besser: xbmc.org Forum Link)
  5. störender Cursor in der Bildschirmmitte (Link)
  6. Netzwerkkarte in den Einstellungen XBMC steht auf deaktiviert. -> Fehlfunktion XBMC-Dienste.
  7. Beim Herunterfahren hängen die per /etc/fstab eingebundenen Laufwerke fest.
  8. falsches Tastaturlayout seit Installation der nvidia-Treiber

Das sind so die Fehler oder Probleme die korrigiert werden müssen. Ich werde weiterhin berichten.
Hier
noch eine gute Anleitung, die auch viele Probleme erklärt und Lösungen anbietet.

Lösungen:

  1. fehlt (eine Anleitung fehlt mir vor allen Dingen)
  2. fehlt
  3. Das Abspielen von .ts-Dateien funktioniert jetzt. Es hat sich dabei wohl um einen Ausnahmefehler gehandelt.
  4. Pulseaudio verursachte die Probleme. Mit: “sudo apt-get remove pulseaudio” und danach “sudo alsactl store 0” konnte ich die Audioeinstellungen sichern, nachdem ich zuletzt die Lautstärke eingeschaltet habe. Habe ich versucht die Einstellungen mit dem obigen Befehl alsactl zu speichern, so bekam ich folgende Fehlermeldung, als noch pulseaudio installiert war:
    “E: core-util.c: Home directory /home/<<username>> not ours”
  5. in “/etc/X11/xorg.conf” unter “Device” folgendes Eintragen:
    Option “HWCursor” “False”
  6. fehlt
  7. Scheinbar gibt es hier ein Problem, dass die Shares erst ausgehangen werden, nachdem die Netzwerkverbindung unterbrochen ist (Link). Das kann natürlich nicht funktionieren. Leider habe ich auch mit einem shell-script das per init.d geladen wird keinen Erfolg gehabt. Ich bin deswegen auf NFS-Freigaben umgestiegen, die ich auch in der /etc/fstab eingetragen habe. Hiermit habe ich keinerlei Probleme.
  8. fehlt

Nachtrag 22.10.2009:

Da beim ion230 kein Lüfter auf der CPU ist, muss man auf eine gute Kühlung im Gehäuse achten. Bei einem Mini-ITX Gehäuse ohne Lüfter ist bei mir das System so warm geworden, dass scheinbar die CPU runtergeregelt wurde. Hierbei kam es zu deutlichen Aussetzern / Rucklern bei der Video-Widergabe und im Menü.

Media Center Lösungen x86 und XBMC

Eine umgebaute Xbox hat mir lange Jahre gute Dienste erwiesen. Ich habe noch nie ein kommerzielles Produkt gesehen, welches dem XBMC (Xbox Media Center) in Komfort und Funktion das Wasser reichen kann. Leider ist die alte Xbox nur sehr schlecht ausgestattet. Speziell HD Videos kann sie nicht wirklich wiedergeben von Blu Ray und HD DVD ganzu zu schweigen.

Da mein Arbeitsplatzcomputer (Core2Duo 6400, 2 GB RAM, 500 GB HDD) durch einen Mac Mini ersetzt wurde, lag es nahe den alten PC in ein Wohnzimmertaugliches Gehäuse zu packen und als Media Center einzusetzen. Irgendwo hatte ich auch noch eine TV-Karte (Hauppauge Nova-S Plus). Um auch in den Genuß von neuen HD-Filmen zu kommen, legte ich mir außerdem noch ein Kombi Laufwerk von LG zu, welches HD DVD und Blu Ray wiedergeben kann. Beim Gehäuse habe ich mich für das Thermaltake DH 101 entschieden. Ein wirklich schönes Gehäuse mit Platz für ein richiges ATX-Board, Infrarot-Fernbedienung und Front-Display. Eine ATI 3450 noch für 30 € gekauft und fertig war die Sammlung der notwendigen Ausrüstung für einen hochwertigen Media Center PC.

Die Vorstellung, wie das System zu funktionieren hat, war schön ziemlich präzise:
Grundsätzlich soll das System alles können, was mein XBMC auch konnte (und das ist ziemlich viel), jedoch zusätzlich:

  • HD-Filme bis 1080p(mkv, mp4, Blu Ray und HD DVD, etc…)
  • Fernsehen (DVB-S)
  • Fernsehaufnahmen

Meine alte D-Box von Nokia hätte dann ausgesorgt, ebenso die alte Xbox. Einen DVD-Spieler oder Blu Ray Spieler würde ich auch nicht benötigen. Was man nicht alles für Wahnsinns Ideen entwickeln kann, wenn es um die eigene Unterhaltung geht. Nur noch meinen Dolby Digital Verstärker und ein daneben nur ein zusätzliches Gerät. Was für eine Utopie, wie sich später herausstellte.

Ich begab mich auf einen Weg, von dem ich damals noch nicht wusste, wie schwierig dieser sein würde. Die Leistung des PC und alle technischen Eigenschaften waren absolut befriedigend um alle meine Wünsche zu erfüllen. Bevor ich mich jedoch um die Frage, welche Software ich einsetze habe ich erstmal alles besorgt und zusammengebaut. Es wird sicher eine Lösung geben, so wie ich sie mir wünsche (dachte ich naiver Weise).

Zunächst sah ich mich um, was es für Lösungen auf Linux-Basis gab. MythTV war zunächst mein Favorit, speziell die fertigen Distributionen, die es da gibt. Linux Media Center habe ich auch sehr mit geliebäugelt. Alle für Linux verfügbaren Lösungen habe ich LEIDER jedoch schnell über Bord geschmissen, da es keine Möglichkeit gibt unter Linux eine HD DVD oder Blu Ray wiederzugeben. Der Filmindustrie sein Dank!!!

Nun gut, dann halt Windows. So schlecht ist Windows XP ja gar nicht, es ist ja noch relativ Ressourcenschonend, vor allen Dingen im Vergleich zu Windows Vista.

Für Windows gibt es ja auch eine ganze Reihe an Media Center Lösungen. Die Microsoft eigenen Lösungen habe ich erst gar nicht wirklich in Erwägung gezogen, da ich wusste, dass DVB-S nicht richtig unterstützt wird unter dem Windows Media Center. Leider stellte ich auch schnell fest, dass es keine Lösung gibt, die alles aus einem Guß anbietet. Am nächsten kam meiner Vorstellung da noch Media Portal. Eine ausgeklügelte Multimedia Lösung, die sogar TV-Empfang integriert hat. Meine TV-Karte und die dazugehörige Fernbedienung werden auch unterstützt. Wunderbar?

So wunderbar ist Media Portal dann doch nicht. Etliche Stunden habe ich damit zugebracht das System erstmal zum Laufen zu bekommen. Die Fernbedienung war relativ schnell eingerichtet, aber das Datenbank-Backend verursachte einige Schwierigkeiten. Im Endeffekt ist das Programm wieder im Papierkorb gelandet, nachdem es nach ca. 2 Monaten nicht wirklich das Versprechen einer einfachen und gut funktionierenden Umgebung einlösen konnte.

Eigentlich sah ich spaßes halber nach, wie es mit einer Windows-Version des XBMC aussah und es gab tatsächlich eine Beta 1 die auf Anhieb erstaunlich gut lief. Informationen zu finden, wie man das System über eine Fernbedienung steuern kann waren zwar sehr schwierig zu finden. Schlußendlich fand ich aber dann doch eine Möglichkeit die Thermaltake Fernbedienung zum rennen zu bewegen.

Resumierend find ich es doch ziemlich amüsant, dass ich doch wieder beim XBMC gelandet bin. Ich muss wirklich sagen: Eine einzigartige Lösung, die beinahe wie aus einem Guß funktioniert. Die TV-Karte steckt zwar immer noch im PC, verrichtet aber keine Dienste. Die alte D-Box läuft mit Neutrino wie eine EINS.
Lediglich zum ansehen von Blu Ray oder HD DVD muss ich PowerDVD starten. Aber selbst das lässt sich ziemlich bequem per Fernbedienung steuern.

Eine besonders schicke Lösung habe ich zudem gefunden das XBMC unter Windows fern zu bedienen. Und zwar gibt es eine Software Applikation im Appstore für 3,99 € (XBMCRemote) mit der man über W-LAN das XBMC fernsteuern kann. Das ist nich nur enorm praktisch, weil man dann den Fernseher zur Bedienung erst gar nicht einschalten muss. Es ist zudem super, weil die Fernbedienung überall dort funktioniert, wo W-LAN Empfang ist. Das gibt von mir eine 1+.

Besonder schade finde ich die Tatsache, dass Kopierschutzmechanismen den wirklichen Genuß verhindern. Nur weil die manische Filmindustrie auf diesen behinderten Kopierschutz besteht brauch ich eine extra Software bzw. sogar zusätzliche Hardware . Was wär es für ein Segen, könnte XBMC Blu Ray und HD DVD oder gar TV-Empfang…